Knorpelbehandlung ohne Gelenkersatz 

 

Für die operative Behandlung von  Knorpelknochenschäden stehen heute mehrere Therapieansätze zur Verfügung.

 

  • Indirektes Anbohrungen des OD (osteochondrosis dissecans) Herdes ohne durch den Knorpel zu gehen, sozusagen von hinten (retrograde Anbohrung)
  • Auffüllung eines Knochenschadens unter dem Knorpel von hinten (retrograde Spongiosaplastik)
  • Anbohrung des OD (osteochondrosis dissecans) Herdes durch den Knorpel (antegrades Anbohren nach Pridie)
  • Stabilisierung des abgelösten Knorpelfragmentes oder der Osteochondrosis dissecans mit unterschiedlichsten Implantaten (z.B. Schrauben, Stiften, etc.)

 

Mikrofrakturierung am Radiuskopf im Rahmen einer Ellenbogengelenksarthroskopie

 

Mikrofrakturierung  

(Entfernen des nur noch in Resten vorhandenen Knorpels und Entfernen des darunterliegenden Knochens.  

 

Dadurch gelangen mit dem Blut Stamzellen in den Knorpeldefekt. Es bildet sich dadurch ein neuer (Narben-)Knorpelbelag

 

 

 

  • Osteochondrale Transplantation in den OD Herd (Nach vollständiger Entfernung des Abgestorbenen Knorpels und des darunterliegendesn Knochens werden hierbei runde Knorpelknochenzylinder aus einer wenig belasteten Region eines Gelenkes (häufig Kniegelenk) entnommen und verpflanzt.

    Der Knorpel-Knochen-Zylinder besteht aus Knochen und intaktem Knorpelüberzug. Dieser Zylinder wird in den vorbereiteten festen Knochenuntergrund des Knorpelknochenschadens eingepresst. Mehrere dieser Zylinder können in große Schäden eingesetzt werden oder auch nur ein Einzelner.  

  • Knorpeltransplantation (Autologe Chondrozytentransplantation: Bei einem arthroskopischen Eingriff wird die genauen Diagnose der Erkrankung und deren Ausmaß erkannt. Aus dem Betroffenen Gelenk wird eine Probe des Knorpels von der Größe eines Korns entnommen und im Labor vermehrt.  Voraussetzung ist das noch ein gesunder und wenig belasteter Teil des Gelenks vorhanden ist. Diese Entnahme von vermehrungsfähigen Knorpelzellen kann ambulant, also ohne Krankenhauseinweisung, erfolgen.Die in dem Partikel enthaltenen Knorpelzellen werden im Labor in einem Zeitraum von 3-4 Wochen um das Vieltausendfache vermehrt. Die dabei neu entstehenden Knorpelzellen haften aneinander und verhalten sich wie natürliche Knorpelzellen. Die Implantation der angezüchteten körpereigenen Knorpelzellen erfolgt meist nicht mehr Arthroskopisch sondern über einen kleinen Schnitt. Dabei werden stark geschädigte Teile des Knorpels ganz entfernt und an dieser Stelle die neuen Knorpelzellen eingebracht. Sie haften nach wenigen Minuten am Untergrund, sind aber noch nicht belastbar.  Im Anschluß ist regelhaft ein 3-tägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.