Die Scaphoidfraktur (Kahnbeinfraktur der Hand)  

 

Das Kahnbein (Scaphoid) der Hand ist eines von acht Handwurzelknochel und liegt in direktem Kontakt zur Speiche. Aufgrund seiner engen Einbettung zwischen den anderen Handwurzelknochen und der Speiche (Radius) werden insbesondere unverschobene Brüche häufig nicht direkt erkannt, insbesondere da sie häufig auch keine großen Beschwerden verursachen. Aufgrund der bleibenden Beschwerden im speichenseitigen Handgelenk wird letztlich doch der Arzt aufgesucht und mittels spezieller Röntgeneinstellungen wird der Bruch des Kahnbeines diagnostiziert.

 

Nicht verschobene Scaphoidfrakturen werden ca 8 Wochen im Gips (mit Daumeneinschluß) ruhiggestellt. Die Hälfte der Zeit sogar mit Oberarmgips (Einschluß auch des Ellenbogens).

 

Aufgrund der unkomfortabelen Gipsbehandlung entschließt man sich häufig doch zu einer Operation.

 

Verschobene Brühe des Kahnbeines sollten immer operiert werden. Im Zweifel kann durch eine Computertomographie (CT) die OP-Indikation bestätigt oder verworfen werden.  

 

Fernsehbericht: NDR - Visite 2012  

 

 

Operative Behandlung

Das heutige Standartverfahren zur operativen Behandlung einer Scaphoidfraktur ist die Verschraubung der beiden Knochenstücke unter Druck (Kompressionschraubenosteosynthese). Das spezielle Schraubendesign erlaubt die Versenkung der Schraube im Knochen. Eine Entfernung der Schraube ist somit nicht erforderlich.  

Die Art der Osteosynthese entscheidet sich je nach "Alter" und Lage der Fraktur.  

 




Die Operation erfolgt regelhaft ambulant. Im Anschluß erfolgt die Ruhigstellung für 1 Woche im Unterarmgips, dann wird die Bewegung freigegeben und bis zur Ausheilung wird das Tragen einer Orthese bei Belastungen empfohlen.

 

Scaphoidpseudarthrose (fehlende Ausheilung des Kahnbeinbruchs)

Kommt es nach 6 Monaten nicht zum Ausheilen des Kahnbeinbruches spricht man per Definition von einer Pseudarthrose (Falschgelenkbildung).  

Ob behandelt oder nicht behandelt, weil nicht bemerkt oder nicht erkannt, aufgrund der besonderen Durchblutungssituation des Kahnbeines kommt es immer wieder zum Ausbleiben einer stabilen Frakturheilung.

 

   gut durchblutet
schlecht durchblutet

 

Anhand einer MRT (Kernspintomographie) muß zunächst geklärt werden ob beide Teile des Kahnbeines noch ausreichend durchblutet sind.

Ist die Durchblutung beider Fragmente gut, wird durch die Operation zunächst der ehemalige Bruchbereich angefrischt. Dann wird gesunder Schwammknochen oder ein Knochenkeil aus dem handgelenksnahen Teil der Speiche gewonnen und in den Bruchspalt eingefügt. Abschließend erfolgt eine Kompressionsschraubenosteosynthese, wie bei einer frischen Fraktur. 

 

mit Knochenkeil
mit gefäßgestieltem Knochenblock

 

Ist die Durchblutung schlecht, wird bei der Operation  zunächst der ehemalige Bruchbereich angefrischt. Dann wird ein Knochenblock mit einem versorgenden Blutgefäß aus dem handgelenksnahen Teil der  Speiche gewonnen und in den Bruchspalt eingefügt. Abschließend erfolgt eine Kompressionsschraubenosteosynthese, wie bei einer frischen Fraktur.

Auch diese Operationen erfolgen regelhaft ambulant.

Die Nachbehandlung verläuft aufgrund der heikleren Knochenheilung deutlich gebremster. Je nach durchblutungssituation kann eine Gipsbehandlung von 6 Wochen erforderlich werden.

Patienten mit handwerklichen und belastenden Berufen müssen mit langen Arbeitsausfallzeiten bis zu 6 Moneten rechnen: