Lunatummalazie (Mondbeintot, Morbus Kienböck)


Die Lunatummalazie ist eine Erkrankung die zu einem schrittweisen Absterben (Nekrose) des Os lunatum (Mondbein) führt.

Das Os lunatum ist einer von acht Handwurzelknochen. Seinen Namen verdankt es seinem halbmondförmigen Aussehen. 

 

Entstehung 

Als möglicher auslösender Faktor wird eine Schädigung der Durchblutung diskutiert. Die Vielzahl der anatomischen Varianten in der Blutgefäßversorgung sowie die unterschiedliche knöcherne Anatomie kann dabei prädisponierend (begünstigend) sein.

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Hypothesen zur Entstehung:

  • akutes Trauma
  • wiederkehrendes Trauma
  • Viruserkrankung
  • Kortisontherpie
  • angeboren
  • Gefäßerkrankungen
  • etc.

 

Symptomatik

Die Krankheit beginnt häufig belatungsabhängigen Schwellungen und unspezifischen Schmerzen. Im Verlauf kommt es zu starken Schmerzen über dem mittigen streckseitigen Handgelenk bzw. der Handwurzel. 

Ohne Behandlung kommt es letztlich zu einem völligem Auflösen des Mondbeines. Die Beweglichkeit im Handgelenk nimmt ab, die Schmerzen werden stärker. 

Bei Zusammenbrechen des Mondbeines treten plötzlich stärkere Schmerzen auf, die dann nach einigen Monaten wieder abklingen können. 

Am Ende der Erkrankung steht der Arthroseschmerz, zusätzlich Instabilitäten und auch Versteifungen.

 
Diagnostik

Die Diagnose der Mondbeinnekrose erfolgt durch bildgebende Verfahren.

An erster Stelle steht hier die konventionelle Röntgendiagnostik des Handgelenkes in zwei Ebenen. Hierbei wird der schrittweise "Tod" des Mondbeines in fünf Stadien dokumentiert.

1. unauffällig

2. fleckige Sklerose

3a. Frakturierung(Zerbrechung) der proximalen(körpernahen) Zirkumferenz  

3b. Frakturierung mit zunehmender Verdichtung

4. starke Verdichterung, Sinterung

Zur Beurteilung der Vitalität (Durchblutungssituation) des Lunatum wird die Kernspintomographie (MRT) eingesetzt.

Zur Unterscheidung zwischen dem Stadium 3a und 3b ist häufig zusätzlich eine Computertomographie (CT) nötig. 

 

Therapie

Die konservative Behandlung der Lunatummalazie ist nur noch im Kindesalter und im Stadium 1 mit Beschwerden sinnvoll.

In allen anderen Fällen ist die Operation die Therapie der Wahl. Eine Heilung ist bis zum Stadium 3a möglich.

Unser Konzept orientiert sich an die o.g. Radiologischen Stadien und den Anatomischen Varianten des Längenverhältnisses (Neutralstellung, Ulna plus, Ulna minus) von der Speiche (Radius) zur Elle (Ulna).

Im Stadium 1 und 2 führen wir bei Neutralstellung eine Radiusdekompression nach Illimaramendi () durch.

Bis zum Stadium 3a erfolgt eine Korrektur des Längenmisverhältnisses zwischen Elle und Speiche über eine Osteotomie der Speiche.

Ab Stadium 3b erfolgt die symptomatische Therapie.  Eine Heilung ist nicht mehr möglich.

In enger Absprache mit dem Patienten wir je nach Arbeitssituation, sozialem Umfeld und Ansprüchen an die Hand das Konzept festgelegt.

1. Denervierung: Schmerzausschaltung durch operatives Ausschalten der "Schmerznerven".

2. Arthroskopie (Gelenkspiegelung): Säubern des Gelenkes, häufig in Kombination mit der Denervierung.

3. Lunatumentfernung und Implantation von Rippenknorpel.

4. Entfernung der gesamten proximalen Handwurzelreihe (proximal row carpectomy).

5. Handgelenksendoprothese.

6. Handgelenkversteifung.