Hyaluronsäure


Jedes Gelenk besteht aus zwei beweglich miteinander verbundenen Knochen, die an ihrer Kontaktfläche mit Gelenkknorpel überzogen sind. Da der Knorpel keine Blutgefäße besitzt, müssen die Nährstoffe für den Knorpel aus dem Blut herausgefiltert werden. Dies geschieht über die Schleimhaut der Gelenkkapsel.  

Die Schleimhaut produziert gleichzeitig die Hyaluronsäure. So entsteht die Gelenkflüssigkeit, ein hochelastischer Schmierfilm um die Reibung zwischen den Knorpelflächen der Gelenkpartner auf ein Minimum zu reduzieren. Quellfähige Eiweißbausteine binden Wasser und geben dem Knorpel seine Elastizität. Dadurch kann er hohe Druckkräfte auf eine große Fläche verteilen und auch den Knochen schützen.  

Gesunder Knorpel zeigt eine harte Konsistenz und besitzt viel Gewebewasser, so dass die Gelenkflüssigkeit eine entscheidende Rolle für die Knorpelfunktion und damit die Gelenkfunktion spielt. Der Schmier- und Gleitcharakter der Gelenkflüssigkeit beruht auf dem Gehalt an Hyaluronsäure.  

Hyaluronsäure ist eine Kohlenhydratverbindung, die auch im Gelenkknorpel eine wichtige Rolle spielt.  

Der Nährstofftransport kann nur dann gut funktionieren, wenn das Gelenk bewegt wird. Dosierte körperliche Bewegung und Sport erhöhen die Knorpeldicke um etwa 5%. Überschreitet allerdings die einwirkende Kraft die Belastungsfähigkeit des Knorpels kann die knorpelige Gelenkfläche verletzt werden und sich eine Arthrose entwickeln.  

Arthrose ist eine zunächst nicht entzündliche, später entzündliche, langsam fortschreitende Abnutzungserscheinung des Gelenkknorpels und der angrenzenden Knochenstruktur. Bereits mit 35 Jahren hat ein Drittel der Bevölkerung arthrotische Veränderungen in mindestens einem Gelenk. Besonders häufig betroffen ist das Kniegelenk, da dort die mechanische Belastung am größten ist.

Trotz ausgewogener Ernährung, angemessener körperlicher Belastung und physikalischer Maßnahmen ist die Gabe von Medikamenten meist nicht zu vermeiden.  

In der Arthrose-Therapie mit Medikamenten wird unterschieden zwischen der Bekämpfung entzündlicher Schübe im Rahmen der Arthrose und der Dauertherapie im entzündungsfreien Intervall.  

Durch die direkte Verabreichung von Hyaluronsäure als Injektion in ein Gelenk wird der Wirkort äußerst schnell erreicht.

Ebenfalls konnte eine schmerzreduzierende und eine antientzündliche Wirkung in Studien nachgewiesen werden.

 

Grundsätzlich eignet sich intraartikuläre Hyaluronsäure zur Behandlung von Arthrosen sämtlicher synovialer Gelenke.  

Am häufigsten eingesetzt wird die Hyaloronsäure bei Arthrose von:

  • Kniegelenken
  • Hüftgelenken
  • Sprunggelenken
  • Ellenbogengelenken
  • Handgelenken
  • Großzehengrundgelenken
  • Daumensattelgelenken

 

Ein Therapiezyklus besteht in der Regel aus drei bis fünf Injektionen in wöchentlichen Abständen.  

 

Viele Studien belegen eine über den Therapiezeitraum hinaus anhaltende Besserung der Beschwerden und Funktionseinschränkungen von 6 Monaten bis zu mehreren Jahren.

Falls erforderlich kann der Behandlungszyklus wiederholt werden.

 

Fermentativ, also synthetisch, gewonnene Hyaluronsäure hat den Vorteil, daß sie keine Vogelproteine enthält und das damit zusammenhängende Sensibilisierungsrisiko nicht besteht. Die Anwendung einer Hyaluronsäure mit mittlerem Molekulargewicht hat den Vorteil, dass die Bildung körpereigener Hyaluronsäure am effizientesten stimuliert wird.