Handgelenksendoprothese (=künstliches Handgelenk)

 

Bei ausgeprägten schmerzhaften, unfall- und verschleißbedingten Erkrankungen des Handgelenkes war bislang die Versteifung(Arhrodese) die Therapie der Wahl.

Aufgrund der Weiterentwicklung der Materialen als auch des Designs der Prothesen ist heute die Implantation einer Handgelenksendoprothese eine sinnvolle Alternative.

Nach Ausschöpfen aller weniger invasiven Behandlungen wie zum Beispiel die Arthroskopische Gelenkreinigung und die Denervierung (operative Durchtrennung der Schmerzfasern) stehen häufig nur die Versteifung oder der künstliche Gelenkersatz zur Wahl.


Z Orthop Unfall 2015; 153: 38–45
Nicoloff M. Handgelenksprothetik - Indikation.pdf (413.94KB)
Z Orthop Unfall 2015; 153: 38–45
Nicoloff M. Handgelenksprothetik - Indikation.pdf (413.94KB)

Hier können Sie eine aktuelle Arbeit über die Indikationen und Ergebnisse der modernen Endoprothetik einsehen.



Die Handgelenksversteifung erreicht Schmerzfreiheit und Belastbarkeit auf Kosten der Beweglichkeit. Die Endoprothese erhält Beweglichkeit, schafft Schmerzfreiheit, ist aber in der Belastbarkeit begrenzter. 

 

Handgelenksendoprothese
PDF der Patienteninformationsbroschüre zur Handgelenksendoprothese
remotion-6seiter-20100719[1].pdf (392.97KB)
Handgelenksendoprothese
PDF der Patienteninformationsbroschüre zur Handgelenksendoprothese
remotion-6seiter-20100719[1].pdf (392.97KB)

 

 

1. Beispiel:  

 

Bei einem Sturz zog sich die 55jährige Patientin einen Bruch der Speiche mit Gelenkbeteiligung zu.  

Nach Operation und späterer Metallentfernung kam es nicht zu einer zufiedenstellenden Beweglichkeit im Handgelenk.  

Schlimmer aber waren die nicht beherrschbaren Schmerzen. Auch nach Ausschöpfen aller konservativen Maßnahmen und operativer Schmerznervendurchtrennung (Denervierung) verblieben starke Schmerzen.  

Eine Arthroskopie zeigte den schweren Knorpelschaden auch zwischen den Handwurzelknochen (medio-carpal). 

Somit blieb als einzige Möglichkeit die Handgelenksversteifung oder der künstliche Gelenkersatz.

 

Gemeinsam mit der Patientin entschied man sich zur Implantation einer Handgelenksendoprothese.

Dieser wurde dann unter kurzstationären Bedingungen erfolgreich durchgeführt. Schon 3 Wochen nach der Operation waren die Schmerzen geringer als vorher. Die Beweglichkeit hat sogar zugenommen.

 

 

Röntgenbild im seitlichen Strahlengang 5 Wochen nach der Operation


Röntgenbild im ap Strahlengang 5 Wochen nach der Operation


 2. Beispiel

 

 

Bei einem 65 jährigen Patienten war es im Rahmen einer nicht erkannten Verletzung des Bandes zwischen dem Kahn- und Mondbein des Handgelenkes zu einem ausgeprägten Verschleiß des Handgelenkes und der Handwurzel gekommen.  

Nach ausbleibendem Erfolg einer Denervierungsoperation (Durchtrennung der "Schmerznerven") entschloß man sich auswärts zu einer Handgelenksversteifung.

Nach der Versteifung zunächst  Beschwerdeabnahme. Im Verlauf wurden die Beschwerden im Handgelenk aber wieder schlimmer.

Bei der durchgeführten Röntgendiagnostik viel der Schraubenbruch über dem Mittelhandknochen auf.

 

 

 

 

Auch nach der erfolgten Metallentferung (die abgebrochenen Schrauben im Mittelhandknochen wurden belassen) zunächst Besserung, dann aber deutliche Vrschlechterung.  

 

In der weiteren Diagnostik viel dann die nicht vollständige Ausheilung der Versteifung auf.

 

Ausführliche Beratung mit dem Patienten und Besprechen der Möglichkeiten:

1. erneute Versteifungsoperation (erneut Knochenverpflanzung aus dem Beckenkamm)

2. Umwandlung der inkompletten Versteifung und Implantation einer Endoprothese.  

 

 

Entschluß zur Implantation einer Endoprothese.  

Röntgen in Aufsicht, 6 Wochen nach Operation. Im 3. Mittelhandknochen sind noch gut die Reste der Schrauben aus der fehlgeschlagenen Versteifungsoperation zu erkennen.
















Röntgen in Seitansicht, 6 Wochen nach Operation. Im 3. Mittelhandknochen sind noch gut die Reste der Schrauben aus der fehlgeschlagenen Versteifungsoperation zu erkennen.